06_Meloth_300dpi_cmyk-1Der von Heinz Meloth zum ersten Mal geprägte Begriff Zuvielismus© beschreibt ein gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit. Gemeint ist die Überforderung des Menschen, speziell in der westlichen Gesellschaft, mit dem schieren Überangebot an Möglichkeiten und Informationen, aus dem eine Opferrolle entstehen kann: Die Tatsache, permanent die Wahl zu haben, wird nicht mehr als Chance empfunden, sondern als eine Belastung.

In einer sich immer schneller drehenden Welt ist die Zivilisationsgesellschaft längst zu einer Zuvielisationsgesellschaft geworden, deren Mitglieder schmerzhaft an ihre Belastungsgrenzen stoßen, weil neue Perspektiven immer auch das Risiko des Scheiterns in sich bergen. Frische Denkansätze als Auswege aus diesem Dilemma sind deswegen dringend notwendig: Es gilt, die eigene Vision zu entwickeln und den persönlichen Lebensentwurf zu verwirklichen.

Als Mittel gegen die Überfrachtung unseres Lebens und als Weg in den Minimalismus wird häufig das Motto „Weniger ist mehr“ angepriesen. Wer sich auf das Wesentliche reduziert, so die Überzeugung, ist am Ende glücklicher als jener, der alles will und keine Wachstumsgrenzen kennt. Was dabei fehlt ist allerdings das Werkzeug, um sich Glück und Erfolg tatsächlich zu erarbeiten: Vielmehr soll sich laut dieser Philosophie ein wie auch immer geartetes Mehr automatisch einstellen, sobald man sich von vermeintlich Unnötigem im Leben trennt.

Klarheit schaffen, die eigene Vision erkennen, Prioritäten setzen und Schwerpunkte wählen, um diese Visionen zu realisieren – so lauten die Aufgaben, die sich für den persönlichen Glücksweg stellen. Dafür wird die Formel „Ein Drittel weniger für ein Drittel besser“ angewendet, die zurückgeht auf den Coach und Inspirator Heinz Meloth. Denn im Gegensatz zum gängigen „Weniger ist mehr“ bietet diese eine tatsächliche Handlungsmaxime sowie das notwendige Werkzeug, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Der erste Schritt dabei ist, sich Klarheit zu verschaffen, was für das eigene Leben zählt, um daraus eine Vision zu entwickeln. Der zweite ist die Erkenntnis, dass es heutzutage nicht mehr darum geht, alle Chancen zu ergreifen, sondern jene zu erkennen, die zum eigenen Leben optimal passen.

War es früher fast unerlässlich, jede Chance zu nutzen, aus Angst, es werde sich keine weitere bieten, gilt es heute, nicht die erste Welle zu reiten, sondern die beste: In dem Wissen darum, dank der schneller gewordenen Zyklen unserer Welt wird sich nach jeder Chance, die man nicht ergreift, bald wieder eine neue bieten. Und wer Klarheit über die eigenen Visionen hat, erkennt leicht jene, die am besten für den persönlichen Weg sind, gemäß der Definition: Erfolg ist das, was mir gut tut – nicht nur im Beruf, sondern in allen Lebensbereichen.

heinz-meloth-keynotespeaker_gross„Ein Drittel weniger für ein Drittel besser“ wirkt dabei als Tool, um Leben und Alltag von unnötigem Ballast zu befreien: Wer überdenkt, was für das individuelle Glück sinnvoll ist und sich entscheidet, was aufgegeben werden kann, ist offen für neue Wege – und kann sich auf das konzentrieren, was zählt. Es macht dann Freude, den eigenen Erfolg zu finden so und den persönlichen Glücksweg zu gehen, und das ohne mehr Aufwand zu betreiben als zuvor.

Dies gilt beruflich ebenso wie im Privaten und lässt sich an einem simplen Beispiel erläutern: Wer dem eigenen Handeln das Motto „Weniger ist mehr“ zugrunde legt, schafft vielleicht seinen Fernseher ab, um sich von der medialen Reizüberflutung zu befreien. Damit allein aber ist ja nichts erreicht! Wer die Maxime „Ein Drittel weniger für ein Drittel besser“ anwendet, behält das Gerät, im Wissen darum, darüber auch relevante Informationen zu beziehen, und schränkt stattdessen den Konsum um ein Drittel ein. Diese Zeit nutzt er bewusst, um sie mit der Familie zu verbringen und dadurch die Qualität des Zusammenlebens zu steigern. So werden mit dieser Formel die vermeintlichen Risiken des Zuvielismus© zu Chancen umgemünzt – und wer sie anwendet wird vom Opfer zum Glückskind.